Appetitzügler




Bei den so genannten Appetitzüglern handelt es sich um eine bestimmte Form von Diätpillen. Ihre Wirkstoffe nehmen direkten Einfluss auf die Wahrnehmung von Appetit und Hungergefühl des Menschen. Die Appetitzügler werden in Form von Tabletten oral eingenommen, wirken jedoch nicht im Magen oder im Verdauungstrakt, sondern über Botenstoffe direkt im Gehirn. Dort lösen sie das Kommando “kein Appetit” direkt im Appetitzentrum des Gehirns aus. Manche Präparate haben auch noch die Nebenwirkung, dass sie positive Hormone, die so genannten Endorphine ausschütten lassen. Diese sorgen für Hochstimmung und vermehrte Aktivität. Diese Aktivität verbrennt durch den erhöhten Energiebedarf des Menschen gleich noch eine Menge an Kalorien und unterstützt die Diät damit. Die meisten Appetitzügler zählen zu den verschreibungspflichtigen Medikamenten. Sie sind für extrem übergewichtige Menschen konzipiert, nicht für Personen, die nur einige wenige Kilo abnehmen möchten.

Wer kann oder sollte Appetitzügler einnehmen?

Frei verkäuftliche Appetitzügler sind in vielen Formen im Handel erhältlich. Viele Produkte haben dabei hauptsächliche einen Placebo-Effekt oder sind auf Profit ausgerichtet. Die wirklich zuverlässig wirkenden Appetitzügler sind in der Regel verschreibungspflichtig. Die Einnahme von Appetitzüglern ist häufig von starken Nebenwirkungen begleitet. Deshalb sollte ein Arzt die Dosierung überwachen und die Einnahmephase beaufsichtigen. Appetitzügler können zum Beispiel dann eingesetzt werden, wenn ein sehr stark übergewichtiger Mensch möglichst schnell eine größere Menge an Gewicht verlieren sollte, zum Beispiel aus einer medizinischen Notwendigkeit heraus. Doch selbst dann wird eine Diät niemals nur aus Appetitzüglern bestehen, sondern wird gleichzeitig an den Ess- und Lebensgewohnheiten des Patienten gearbeitet. Die ersten Diäterfolge durch Appetitzügler sollen dem Patienten die Wiedereingliederung in ein vergleichsweise normales Leben ermöglichen und ihm erste Diäterfolge vermitteln, an die er dann durch eigene Anstrengung anknüpfen kann. Für Menschen, die nur wenige Kilo Übergewicht haben, oder die sich vielleicht sogar nur subjektiv als zu dick empfinden, aber noch im Bereich des Normalgewichts liegen, sind Appetitzügler aufgrund der Risiken und Nebenwirkungen einfach denkbar ungeeignet.

Die Risiken und Nebenwirkungen von Appetitzüglern

Als spürbare Nebenwirkung bei der Einnahme von Appetitzüglern können Herzrasen, Bluthochdruck, Kopfschmerzen und Unruhezustände auftreten, selbst wenn sie richtig dosiert werden. Wer Appetitzügler über einen längeren Zeitraum einnimmt, der muss mit einem Gewöhnungseffekt des Körpers rechnen, der dazu führt, dass die Dosis immer weiter erhöht wird. Auch die psychischen Nebenwirkungen müssen beachtet werden. Die Substanzen, die bei Appetitzüglern dafür sorgen, dass Glückshormone frei gesetzt werden, werden sonst nur in der Therapie von Depressionen eingesetzt. Sie zählen also – wenn auch meist in höherer Dosierung – zu den Psychopharmaka. Auch hier ist eine Abhängigkeit vom Medikament möglich.

Einnahmefehler bei Appetitzüglern und die damit verbundenen Gefahren

Die meisten Einnahmefehler bestehen darin, dass die Appetitzügler in zu hoher Dosis oder über einen zu langen Zeitraum und ohne ärztliche Kontrolle eingenommen werden. Hier bleibt es nur, an die Vernunft der Konsumenten zu appellieren. Wer Appetitzügler einnimmt, der sollte sich vor Augen halten, wie sie funktionieren. Sie steuern und beeinflussen das Hungergefühl direkt über das Gehirn. Gibt das Gehirn das Signal “satt” oder “kein Appetit” an den Körper weiter, so wird dadurch die Nahrungsaufnahme verhindert. Übertreiben es die Konsumenten mit der Einnahme, führt dies recht bald dazu, dass das normale körperliche Empfinden für die Nahrungsaufnahme komplett aus dem Gleichgewicht gerät. Dies kann zu einer Unterernährung oder einer Mangelernährung führen. Auch die zweite Wirkung des Appetitzüglers, die Ausschüttung von Glückshormonen, kann Schaden anrichten. Schnell wird man sich an das positive Gefühl gewöhnen und immer häufiger zu den Pillen greifen. Eine psychische Abhängigkeit ist schneller erzeugt, als viele Nutzer sich dies klar machen. Viele Appetitzügler funktionieren unter anderem über den Wirkstoff Koffein. Das Koffein sorgt für ein höheres Aktivitätspotenzial und lässt die Konsumenten sich fit fühlen. Wird das Koffein jedoch überdosiert, sind Schlafstörungen und hektische Zustände vorprogrammiert. Kreislauf, Blutdruck und der gesamte Organismus werden zusätzlich belastet.

Echte und “falsche”, legale und illegale Appetitzügler

Appetitzügler, die nicht nur so benannt sind, sondern auch die entsprechenden Wirkstoffe enthalten, sind verschreibungspflichtig und können nur in der Apotheke bezogen werden. Produkte, auf die dies nicht zutrifft, enthalten also entweder andere, harmlosere Wirkstoffe, oder sind – bei gleichen Wirkstoffen – auf illegale Weise in den Handel gelangt. In der Apotheke werden selbstverständlich nur zugelassene Produkte verkauft. Wenn Sie Appetitzügler jedoch über das Internet bestellen, dann sollten Sie deren Herkunft und Quelle sehr gut prüfen. Eine gesunde Skepsis ist hier angebracht. Viele Produkte werben auch nur mit dem Begriff “Appetitzügler”, funktionieren aber auf eine ganz andere Art und Weise. Tatsächlich wurde herausgefunden, dass besonders bei Diätpillen der Placebo Effekt sehr hoch sein kann. Wenn Sie vor haben, ein über eine nicht näher bekannte Quelle vertriebenes Produkt einzunehmen, womöglich über einen längeren Zeitraum, dann sollten Sie unbedingt vorher den Rat Ihres Artzes einholen.

Wie kann man die Wirkung von Appetitzüglern unterstützen?

Appetitzügler wirken dann am besten, wenn man sich nicht nur komplett auf sie als einzige Maßnahme verlässt. Viel wichtiger und gesünder ist es, zusätzlich damit zu beginnen, seine Lebens- und Essgewohnheiten komplett umzustellen. Es gibt viele Informationsstellen und -möglichkeiten, bei denen man sich über eine gesunde, ausgewogener Ernährung informieren kann. Für besonders schwergewichtige Menschen werden sogar spezielle Diätkuren angeboten, in denen sie unter Aufsicht von Diätassistentinnen und -ärzten lernen können, sich richtig, maßvoll und gesund zu ernähren. Denn wer nicht nur kurzfristig abnehmen möchte, sondern sein Gewicht hinterher auch halten oder noch weiter reduzieren will, der sollte das Übel an der Wurzel packen, und mit sämtlichen schlechten und ungesunden Angewohnheiten Schluß machen. Auch ein leichtes Sportprogramm kann die Wirkung von Appetitzüglern und sonstigen Diätformen unterstützen. Durch die körperliche Bewegung wird zusätzlich Energie verbraucht, die der Körper in Form von Kalorien und Fett gespeichert hat. Es geht hierbei nicht darum, sich im Rahmen einer Blitzdiät stundenlang beim Sport zu quälen – was viele übergewichtige Menschen ja ohnehin nicht können. Vielmehr geht es darum, ein regelmäßiges leichtes Ausdauertraining zusammen zu stellen, das sich an den Möglichkeiten und körperlichen Gegebenheiten des Patienten oder Diäthaltenden orientiert und ihm zu mehr Gesundheit, Leistungskraft und Wohlbefinden verhilft. Das ist übrigens bis ins hohe Alter hinein möglich.

Alternativen zum Appetitzügler

Die Diätindustrie hält eine unglaubliche Auswahl und Menge an Produkten zur Gewichtsreduktion bereit. Denn viele Menschen haben Übergewicht, und sei es auch nur ein subjektiv empfundenes. Wer also abnehmen möchte, muss nicht unbedingt zu Appetitzüglern greifen, sondern kann auch harmlosere Mittel wählen. Wie bereits im vorigen Kapitel dargelegt, besteht jedoch die beste und gesündeste Alternative immer darin, sich ein ausgewogenes, gemäßigtes und gesundes Essverhalten zu erarbeiten und nachhaltig anzugewöhnen. In Kombination mit einem leichten Sportprogramm wird man damit langfristig größere Erfolge erzielen und der Gesundheit einen größeren Gefallen tun als durch die Einnahme von Pillen. Wer auf Diätpillen jedoch nicht verzichten möchte, der kann es statt der Appetitzügler, die viele schädliche Nebenwirkungen haben, auch mit so genannten Quellstoffen versuchen. Diese werden ebenfalls oral in Form von Tabletten oder als gelöste Pulver eingenommen und quellen im Magen stark auf. Wichtig ist es dabei, sehr viel Wasser zu trinken. Die Rezeptoren der Magenschleimhaut erkennen den neuen Mageninhalt und seine Größe, und melden dann den Befehl “Sättigung erzielt” ans Gehirn. Das Hungergefühl ist unterdrückt, und der Konsument wird beim Essen automatisch kleinere Mengen zu sich nehmen, also insgesamt weniger Kalorien aufnehmen. Diese Quellstoffe beinhalten meist Ballaststoffe, Kollagen und andere biologisch abbaubaren Substanzen. Sie werden im Magen aufgelöst und über die Verdauung ausgeschieden. Da sie keinen nennenswerten Nährwert haben, werden aus ihnen auch keine Kalorien und Fette rekrutiert. Wichtig ist es auch bei den Quellstoffen, es mit der Einnahme nicht zu übertreiben. Wer sie überdosiert, der riskiert Magendrücken, starke Verdauungsbeschwerden und schlimme Verstopfungen. Zudem kann bei zu wenig Aufnahme von Wasser eine Dehydrierung des Körpers erfolgen, wenn der Verdauungsapparat sich das benötigte Wasser aus dem Körper entziehen musss. Die Wirkung auch dieser Diätpillen ist also umstritten. Insgesamt sind Quellstoffe jedoch weitaus weniger schädlich als Appetitzügler, da sie lokal und direkt auf die Verdauung und nicht über Botenstoffe im Gehirn wirken. Sie sind meist nicht verschreibungspflichtig und in Apotheken oder im Internet erhältlich.